Share
Die Sprache des Tees wirkt auf den ersten Blick oft kompliziert. Begriffe wie First Flush, Tippy oder FTGFOP klingen für Einsteiger fast wie eine geheime Sprache. Dabei erzählen diese Fachbegriffe spannende Geschichten über Herkunft, Verarbeitung und Qualität eines Tees und helfen Ihnen, jeden Schluck noch bewusster und intensiver zu genießen. In diesem Beitrag erklären wir die wichtigsten Begriffe und zeigen, wie Sie sich als Teeneuling leicht zurechtfinden können.
First Flush und Second Flush – Früh- und Späternte
Wenn Sie einen hochwertigen Darjeeling- oder Assam-Tee in der Hand halten, stoßen Sie oft auf die Bezeichnungen First Flush oder Second Flush. Diese Begriffe beschreiben die Erntezeit der Teeblätter und haben einen direkten Einfluss auf den Geschmack.
First Flush bezieht sich auf die erste Ernte im Frühling. Die Blätter sind zart und hell, und der Tee schmeckt frisch, leicht blumig und elegant.
Second Flush bezeichnet die zweite Ernte im Sommer. Die Blätter sind reifer und entwickeln ein volleres Aroma mit kräftigen, manchmal leicht fruchtigen Noten.
Wer den Unterschied probiert, entdeckt schnell, wie viel die Erntezeit für den Geschmack eines Tees ausmacht.
Tippy – die zarten Blattspitzen
Ein Begriff, der immer wieder auftaucht, ist Tippy. Er beschreibt Tees, die viele junge Blattspitzen enthalten. Diese Spitzen sind besonders aromatisch und sorgen für eine feine, süßliche Note. Tees mit vielen Tippy-Blättern gelten als besonders hochwertig und elegant im Geschmack.
Ein klassisches Beispiel ist der Darjeeling FTGFOP1, bei dem die vielen Blattspitzen zu einem blumigen und harmonischen Aroma beitragen, das den Einstieg in die Welt des Tees besonders angenehm macht.
FTGFOP und andere Tee-Qualitätsklassen
Vielleicht haben Sie auf Teepackungen schon Kürzel wie FTGFOP, OP oder BOP gesehen. Auf den ersten Blick wirken diese Buchstabenkombinationen kompliziert, doch sie sind nichts anderes als eine Klassifizierung der Blattqualität.
Die Buchstaben geben Hinweise auf die Qualität und Zusammensetzung der Teeblätter: F steht für Finest, T für Tippy und weist auf besonders viele junge Blattspitzen hin. G bedeutet Golden und beschreibt die goldenen Knospen der Teepflanze, während FOP für Flowery Orange Pekoe steht, einen hochwertigen Blattgrad mit ganzen, sorgfältig verarbeiteten Blättern.
Je mehr Buchstaben ein Kürzel enthält, desto hochwertiger sind in der Regel die verwendeten Blätter – und das spiegelt sich häufig auch im Aroma wider. Ein Darjeeling FTGFOP1 zum Beispiel enthält viele junge Spitzen, ist besonders aromatisch und liefert ein blumiges, harmonisches Geschmackserlebnis. Wer diese Codes kennt, kann leichter einschätzen, wie intensiv und ausgewogen ein Tee schmeckt und so gezielter seine Lieblingssorten auswählen.
Withering und Oxidation – die ersten Schritte der Verarbeitung
Neben Herkunft und Blattqualität verraten einige Begriffe auch, wie der Tee hergestellt wird. Das sogenannte Welken oder Withering beschreibt den Prozess, bei dem frisch gepflückte Blätter einige Stunden gelagert werden, damit sie Wasser verlieren. Dabei werden sie weicher und ihr Aroma konzentriert sich. Im Anschluss folgt die Oxidation, oft auch Fermentation genannt, bei der Enzyme die Blätter dunkler färben und komplexere Aromen entstehen lassen.
Schwarztee ist vollständig oxidiert, was ihn kräftig, malzig und vollmundig macht. Oolong-Tee wird teilweise oxidiert und entwickelt ein komplexes, fruchtiges und blumiges Aroma. Grüntee dagegen wird kaum oxidiert und schmeckt frisch, leicht und grasig.
Die Form der Blätter – Rolled, Kugelform und Nadelform
Auch die Form der Teeblätter spielt eine Rolle für Geschmack und Ziehzeit. Bei Tees in Kugelform, wie sie bei manchen Oolongs üblich ist, werden die Blätter zu kleinen Kügelchen gerollt. Beim Aufgießen entfalten sie sich langsam, wodurch das Aroma intensiv und langanhaltend wird. Nadelförmige oder lange, schmale Blätter hingegen ziehen schneller und ergeben eine klare, dezente Note. Wer die Blattform kennt, kann den Tee gezielt nach gewünschter Stärke zubereiten.
Aroma Notes – die Sprache des Geschmacks
Viele Fachbegriffe beziehen sich auch auf die Aromatik eines Tees. Hinweise wie blumig, fruchtig, malzig, nussig oder erdig helfen, den Geschmack schon vor dem Probieren einzuschätzen. Bei einem Darjeeling First Flush etwa können die Aroma Notes „blumig“ oder „muskatähnlich“ lauten, was schon in der Packungsbeschreibung verrät, dass der Tee eine leichte, elegante Süße und eine feine, florale Note hat.
Wenn Sie auf der Verpackung nach diesen sogenannten Aroma Notes schauen, erhalten Sie oft genauere Informationen darüber, wie der Tee schmeckt, als es der Name allein verraten würde.
Fazit: Fachbegriffe entschlüsseln – bewusster genießen
Die Fachbegriffe in der Teewelt wirken anfangs kompliziert, doch wer sie versteht, kann gezielt Tees auswählen, die zu Stimmung, Tageszeit oder Anlass passen. Ob First Flush oder Second Flush, Tippy oder FTGFOP – jeder Begriff erzählt eine Geschichte über Herkunft, Blattqualität und Geschmack. Wer die Sprache des Tees versteht, kann nicht nur bewusster genießen, sondern entdeckt auch die ganze Vielfalt und Tiefe, die hochwertige Tees zu bieten haben.
Entdecken Sie die Vielfalt unserer hochwertigen Tees bei Kräuter-Basar – online oder direkt im Ladengeschäft in Hannover.